Westerburg, ein historisches Dorf an der Hunte

Die Geschichtsschreibung des Dorfes beginnt im Jahre 890 n.Chr.

Die ersten Urkunden sprechen von einem Westonstedi im Winkel. Der Zusatz "im Winkel" gibt uns einen  geographischen Hinweis. Er bezieht sich auf den nordöstlichen Teil des Lerigau und beschreibt das heutige  Gebiet zwischen Hunte und Vehnemoor, bis an die Grenze der Stadt Oldenburg und ist weitgehend identisch  mit der Fläche der heutigen Gemeinde Wardenburg.

Grafik: Georg Bredehorn "Eversten von 1200 bis ins 20. Jahrhundert", Isensee Verlag, Oldenburg 2000

Den Namen Westonstedi kann man in etwa mit "Stätte im Westen" übersetzen. 

Er weist vermutlich darauf hin, dass die Besiedlung dieses Gebietes aus dem Südosten (Sachsen) erfolgte und damit westlich der alten Siedlungsstätten lag.

 

Aus Westonstedi im Winkel wird im Mittelalter Westerstette oder später Westerstede im Winkel. Der Zusatz "im Winkel" diente als Unterscheidung zu Westerstede in Ambia (Ammerland).

 

Der Name Westerstede endet mit dem Niedergang der Kirche zwischen 1525 und1579. Fortan heißt der Ort Westerburg, nach der hier gelegenen Burg

Vorwerk Westerburg (nachgezeichnet von Erich Martens, nach einer Darstellung von Conrad Musculus um 1650)

Das oben abgebildete Vorwerk wurde 1576 vom Grafen Johann VII auf oder neben dem Platz der zerstörten Westerburg errichtet.

Das Vorwerk war im Grunde ein "landwirtschaftlicher Betrieb", der der Versorgung des Oldenburger Hofes mit Nahrungsmittel diente.

Ausschnitt einer Landkarte zur Kirchengeschichte aus dem Jahr 1585, platziert im Palazzo Vecchio, dem heutigen Rathaus der Stadt Florenz

Urkundlich erwähnt wird Westerburg zum ersten Mal als "Westonstedi" in einem Heberegister (Steuerregister) über die Einkünfte des Klosters Werden an der Ruhr. Es heißt dort:

"In Westonstedi desolatu e`.ibi fuit aecclesia et V familie".

 Im Wortlaut bedeutet dies, dass in Westonstedi die Kirche und 5 Bauernstellen zerstört sind und verlassen wurden.

Die einzige urkundliche Erwähnung eines Westerburger Hofes in der Zeit zwischen 890 und 1550 findet sich im s.g. "Speckenschen Lagerbuch" von 1428:

 

"To Westerstede vor der Landwehre licht een Hoff, dat Gehrken Hoff

heet und gifft XIIsware".

 

In diesem "Lagerbuch" waren alle den Oldenburger Grafen eigenbehörige Höfe aufgelistet; der Gehrken-Hof war also leibeigen.

Kirchspiel Wardenburg: Beginn der Einträge am 10.Februar 1618, Reg. "Taufen".

Westerburg gehörte 1618 zum Kirschspiel Wardenburg.

 Quelle: Wdb. KB 01, Reg. T.1618

 

Text:

Den-10-February: Johann Diling und Hempe ihre Tochter Beata tauffen lassen. Gefattern: Gerdt Willers;RöbeKulemann; Dieterich Drees; Anna Ohmstethe Vogtine; Gesche Jeddelohen Pastorsche; Beata zu Westerholte; Gesche Cordes.

 
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